Pogo, Painting on a Shared Canvas
Since 2023, the two painters have engaged in an ongoing visual dialogue. They paint together and simultaneously on the same canvases, exploring the intersubjective and artistic dynamics that emerge in the process. They often listen to loud music, which fosters not so much verbal communication as the act of painting itself – and reflects its character.
“Pogo” is a dance to punk music: people jump, bump into one another, move chaotically, and to some extent surrender themselves to the bodies of others. Something comparable happens in collaborative painting: one begins, the other paints over it. One part of the image pushes into the foreground, another must recede. Forms emerge and disappear again, collide, overlap, or merge. A struggle for space and expression unfolds, while these spheres simultaneously expand. As in pogo, the wild mêlée also contains moments of synthesis, in which movements accelerate, slow down, and converge with one another. In this way, Héraud-Louisadat and Daase also engage with intersubjective dynamics, shifting boundaries, and their resonances within painting.
There are moments when the two artists consciously step back, allowing the image to transform from something fragmentary into a cohesive composition. Shared decisions lead to visual resolutions in which the work, with all its overpaintings and ruptures, ultimately holds together.
POGO presents selected results of this painterly experiment from the past three years, as well as solo works by the artists in which their distinct styles become visible. Accompanying the exhibition are workshops that offer participants the opportunity to experience processes of interactive group painting in practice.
Pogo, Malerei auf geteilter Leinwand
Seit 2023 begegnen sich die Malerinnen in einem fortlaufenden bildnerischen Dialog. Sie malen zusammen und gleichzeitig auf dieselben Leinwände und erkunden die intersubjektiven und künstlerischen Dynamiken, die so entstehen. Dabei hören sie oft laute Musik, was weniger die sprachliche Verständigung als den Malprozess selbst fördert – und seinen Charakter widerspiegelt.
„Pogo“ ist ein Tanz zur Punkmusik: Personen springen, rempeln sich an, bewegen sich chaotisch und überlassen sich ein Stück weit den Körpern der Anderen. Vergleichbares passiert beim gemeinsamen Malen: Die eine beginnt, die andere übermalt. Ein Bildteil drängt sich in den Vordergrund, ein anderer muss zurückweichen. Formen entstehen und verschwinden wieder, prallen aneinander, überschneiden oder verbinden sich. Es entsteht ein Ringen um Raum und Ausdruck, wobei diese Sphären sich gleichzeitig erweitern. Wie im Pogo birgt das wilde Gemenge auch Momente der Synthese, in der die Bewegungen sich gegenseitig beschleunigen, bremsen und zusammenfinden. Auf diese Weise beschäftigen sich Héraud-Louisadat und Daase auch mit in-tersubjektiven Dynamiken, Grenzverschiebungen und ihren Resonanzen in der Malerei.
Es gibt Momente, in denen die beiden Künstlerinnen bewusst Abstand nehmen und sich das Bild vom Fragmentarischen zu einer gestalterischen Einheit wandelt. Gemeinsame Entscheidungen führen zu bildnerischen Um-setzungen, bei denen das Werk mit all seinen Übermalungen und Brüchen schließlich zusammenhält.
POGO präsentiert ausgewählte Ergebnisse dieses malerischen Experiments aus den letzten drei Jahren sowie Soloarbeiten der Künstlerinnen, in denen ihre verschiedenen Stile sichtbar werden. Begleitend zur Ausstellung finden Workshops statt, in denen Prozesse des interaktiven Malens in der Gruppe praktisch erfahrbar werden.
January 2026